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Google Street View: Erst fördern, dann regulieren!
Dienstag, den 17. August 2010 um 18:00 Uhr

Google_Street_View_CarIn einer Pressemitteilung erklärt der Kreisvorsitzende der Jungen Union Aachen-Stadt, Markus Schmidt-Ott, zu der aktuellen Debatte um Google Street View:

„Google Street View ist nicht einmal in Deutschland gestartet, schon bricht reflexartig Widerstand gegen das Projekt aus. Der Grund: Datenschutz hat oberste Priorität. Die Menschen haben Angst, man könne später im Internet Fotos sehen, die in die eigene Privatsphäre eingreifen. Doch zählen Bürgersteige und Fassaden der Häuser wirklich zur Privatsphäre? Hier muss man sich fragen, wo der öffentliche Raum beginnt und wo er endet. Dinge, die jeder anschauen kann, werden plötzlich zur Privatsache erklärt. Das ist paradox.

Ebenfalls paradox ist es zum Beispiel, dass sich keiner der Kritiker über ein ähnliches Projekt von Microsoft aufregt. Mit „Bird‘s View“ der Firma Microsoft erhält man gestochen scharfe Fotos aus der Perspektive eines niedrig fliegenden Vogels. So kann man, noch viel besser als mit den Satellitenbildern von Google Earth, schon seit Jahren auf Innenhöfe, Gärten und Terrassen schauen. Dagegen kann die Kamera von Google Street View nirgendwohin schauen, wo wir selbst nicht auch hinschauen können.

In Wirklichkeit gibt es bereits zahlreiche unbekannte Firmen, die Häuserfassaden abfotografieren und die Bewohner nach Kreditwürdigkeit oder Kaufkraft klassifizieren. Bei Google Street View hingegen sehen wir was passiert und wir können dem widersprechen.

Diejenigen, die diese Debatte gegen Google Street View führen, müssen sich darüber bewusst sein, dass Street View in unserer modernen Netzwelt voll in einem Trend liegt, dessen Entwicklung wir schon längst nicht mehr bremsen können. Wenn wir solche Neuerungen schnell als ‚böse‘ abtun, killen wir Innovation. Besser sollte man solche Projekte zunächst fördern und dann regulieren, als umgekehrt.

Regulierungsbedarf gibt es bei anderen längst bestehenden Projekten definitiv. So lenkt die Debatte beispielsweise von den wirklichen Gefahren durch die Datenmacht von Google ab. Wir müssen lernen, wie wir heutzutage mit unseren Daten umgehen müssen, nicht wie wir uns vor Street View schützen.“

 

Foto: woozie2010. Die Lizenz zu diesem Foto finden Sie hier.

 

 
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